Wer sind wir?

Wir sind eine Freikirche.

Das heißt, bei uns ist die Mitgliedschaft freiwillig. Man wird in der Regel in der EmK als Kind getauft (wenn dies der Wille der Eltern ist); wie in der Evangelisch-lutherischen oder Evangelisch-reformierten Kirche auch. Jedoch ist diese Taufe nicht gleichzeitig eine Aufnahme als Kirchenglied. Kirchenglied wird bei uns nur jemand, der sich aus persönlicher Glaubensüberzeugung für die Zugehörigkeit zu unserer Kirche entscheidet. Dies wird bei der Aufnahme als Kirchenglied vor der versammelten Gemeinde bezeugt und die Gemeinde nimmt das neue Kirchenglied zustimmend auf.
Freiwillig ist auch die finanzielle Beteiligung innerhalb der EmK. Wir finanzieren uns nicht aus Kirchensteuern. Es bleibt jedem überlassen, nach seinen finanziellen Möglichkeiten Monatsbeiträge, Kollekten und Spenden zu geben.

Wir zählen heute mit 30 Millionen Mitgliedern und weiteren 40 Millionen Kirchenangehörigen und Freunden weltweit zu der großen evangelischen Kirchenfamilie. Die Bezeichnung "methodistisch" steht für eine bestimmte Prägung des evangelischen Glaubens.

Die Basis ist die Bibel (Altes und Neues Testament)

Im Zentrum der Gottesnachfolge steht Jesus Christus

Die geistlichen und theologischen Wurzeln liegen im Evangelium

Unsere Kirchenväter sind: John und Charles Wesley

 

Wie sind wir entstanden ?

Um den Begriff "methodistisch" zu klären, muss zwangsläufig ein Blick in die Geschichte und Vorgeschichte der kirchlichen Bewegung getan werden. Seit 1729 bestand in der Universitätsstadt Oxford für mehrere Jahre ein besonderer Studentenclub. Einige junge Männer haben sich zusammengefunden, um gemeinsam zu beten, Andachten zu halten und sich um arme Leute und Strafgefangene zu kümmern. Gründer dieses "frommen Clubs" war Theologiestudent Charles Wesley. Sein älterer Bruder John, der später dazu kam, war dann der eigentliche Leiter dieses Clubs. John Wesley, ebenfalls Theologe, war zu diesem Zeitpunkt bereits wissenschaftlicher Assistent an der Universität.

Die jungen Männer vernachlässigten ihr Studium nicht, vielmehr hielten sie als Studenten und Clubmitglieder eine strenge Disziplin ein. Sie wollten sich Gottes Wohlgefallen verdienen, indem sie fleißig in der Bibel lasen, beteten, fasteten, Wohltätigkeit übten und ihr Leben klaren Regeln unterordneten. Wer sich von anderen unterscheidet, kann sich einer gewissen Neugier und nicht selten auch des Spotts sicher sein. So bekamen die frommen Studenten manche Spitznamen wie "heiliger Club", "Bibelmotten" und "Methodisten", weil sie nach Ansicht Außenstehender bestimmte "Methoden" fromm zu sein, praktizierten. Etwa zehn Jahre später gab es in England eine Erweckungsbewegung durch das Wirken von John Wesley. Auch hier gab es wie zuvor Neugierige, Gegner und Spötter; sie griffen den alten Spottnamen auf und bezeichneten Wesley und seine Anhänger als "Methodisten". Dagegen haben sich die so Bezeichneten nicht gewehrt. Sie übernahmen den Spottnamen als "Ehrennamen". Damit stimmten sie allerdings nicht der Unterstellung zu, besondere "Methoden" zu praktizieren um Christ zu sein, oder andere zu Christus zu führen. Die beiden Brüder Wesley hielten sich eine Zeitlang in Nordamerika auf. Ihr Ziel war es, den Siedlern seelsorgerisch zu helfen und Indianer zu missionieren. Doch der Traum Indianer zu missionieren, ließ sich wohl nicht umsetzen.

Neben der Methodistenkirche entstanden noch vor 1800 zwei weitere kirchliche Gemeinschaften, die mehr oder weniger methodistisch geprägt waren. Sie sahen es als ihre Aufgabe an, unter deutschen Einwanderern in Amerika zu wirken. Dabei verstieß Jacob Albrecht als Glied einer kleinen methodistischen Gemeinde gegen eine Regel, die besagte, daß derjenige ausgeschlossen werden musste, der längere Zeit der Konferenz fernblieb. Jacob Albrecht wollte, wie zuvor John Wesley, keine neue Kirche gründen, sondern den Menschen durch seine Besuche und Predigten helfen. Zuerst wurden die Glieder der kleinen Gemeinden "Albrechtsleute" genannt. Dann nannten sie sich selber "Neuformierte Methodistenkonferenz". Den endgültigen Namen aber gab sich die Kirche, als sie sich 1816 "Evangelische Gemeinschaft" nannte. Später begannen, die vom Methodismus geprägten amerikanischen Kirchen, in Deutschland missionarisch tätig zu werden. Insbesondere deutsche Einwanderer, die in den USA die lebensverändernde Kraft des Glaubens erfahren hatten, wünschten diese Erfahrung auch den Menschen in ihrer alten Heimat. Auf diese Weise fasste sowohl die Methodistenkirche, wie auch die Evangelische Gemeinschaft in Deutschland Fuß und breiteten sich schnell aus. Die Methodistenkirche und die Evangelische Gemeinschaft schlossen sich 1968 zur Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zusammen.

Der Methodismus

 

England

17.06.1703 Geburt von John Wesley als 15. von 19 Kindern
1729 Studentenclub in Oxford; Spitzname: Methodisten
24.05.1738 Bekehrungserlebnis von John Wesley in London
12.05.1739 Erstes methodistisches Versammlungshaus in Bristol
1739 Geburtsjahr des Methodismus
02.03.1791 starb John Wesley

 

Vereinigte Staaten von Amerika

Vereinigte Brüder von Christo
1754 Pfarrer Philipp Otterbein geht nach Amerika (Pennsylvania). Dort predigt auch Martin Böhm. Beide arbeiten zusammen.
1800 Die Bewegung gibt sich den Namen "Vereinigte Brüder von Christo"

 

Bischöfliche Methodistenkirche
1760 Philipp Embury (methodistischer Laienprediger) kommt nach New York
1766 Philipp Embury hält die erste methodistische Predigt in seiner Wohnung.
1769 Wesley schickt methodistische Prediger nach Amerika.
1784 Wesley genehmigt dem amerikanischen Zweig der Methodisten die Selbstständigkeit.
24.12.1784 Gründung der "Bischöflichen Methodistenkirche" in Baltimore, Amerika
1968 Vereinigung der "Evangelisch Vereinigten Brüderkirche" und der "Bischöflichen Methodistenkirche" zur "United Methodist Church" (Vereinigte Methodistische Kirche).

 

Evangelische Gemeinschaft
1790 Jacob Albrecht bekehrt sich während einer methodistischen Predigt. Er schließt sich einer methodistischen Klasse an und erhält bald eine Laienpredigerlizenz.
1796 Albrecht arbeitet unter Deutschen in Amerika. Die Methodisten geben dieser deutschsprachigen Arbeit keine Zukunft und trennen sich von ihm.
1800 Albrecht gründet nach methodistischem Vorbild die "Albrechtsleute".
1816 Die Bewegung gibt sich den Namen "Evangelische Gemeinschaft".
1946 Vereinigung "Evangelische Gemeinschaft" und "Vereinigte Brüder in Christo" mit dem neuen Namen "Evangelische Vereinigte Brüderkirche".

 

Der Methodismus in Deutschland

Wesleyanischer Methodismus (von England)
1806 Christoph Gottlieb Müller wandert nach England aus.
1832 Christoph Gottlieb Müller kehrt nach Winnenden zurück. Er predigt und möchte innerhalb der Landeskirche eine Erneuerung. Ohne es selbst zu wollen entsteht jedoch eine eigenständige Kirche.

 

Bischöfliche Methodistenkirche (von Amerika)
1849 Sigesmund Jacoby kommt aus Amerika nach Bremen und beginnt dort mit einer evangelistischen Arbeit. Etwa zur gleichen Zeit kommt Ehrhardt Wunderlich von Amerika nach Sachsen und beginnt dort zu predigen.
1897 Vereinigung des "Wesleyanischen Methodismus" mit der "Bischöflichen Methodistenkirche"; es wird der Name "Bischöfliche Methodistenkirche" behalten.

 

Vereinigte Brüder in Christo (von Amerika)
1869 Reverend Christian Bischoff kommt von Amerika nach Naila in Oberfranken und hält dort seine erste Predigt.
1905 Aufnahme der "Vereinigten Brüder in Christo" in die "Bischöfliche Methodistenkirche".

 

Evangelische Gemeinschaft (von Amerika)
1845 Der deutsche Auswanderer Johann Sebastian Kurz kehrt aus Amerika in seine Heimat Bonlanden bei Stuttgart zurück. Dort beginnt er mit seiner evangelistischen Arbeit.
1850 Es werden auf Bitten aus Deutschland Prediger herüber geschickt, um in Deutschland zu arbeiten.
1968 Vereinigung der "Evanglischen Gemeinschaft" und der "Bischöflichen Methodistenkirche" zur "Evangelisch-methodistischen Kirche" (EmK).